DIE Fraktion DIE LINKE.Kreis Offenbach hat am 7. Dezember den Antrag "Armutsprävention bei Rentnerinnen und Rentnern" in den Kreistag eingebracht.
Aktuelle Zahlen zu 20.000 arbeitenden Rentnern im Kreis Offenbach gaben Anlass zu diesem Antrag. Eine in diesem Jahr veröffentlichte Studie der UNO wirft der Deutschen Bundesregierung vor, keine umfassendes Armutsbekämpfungsprogramm entwickelt zu haben. Nachfolgend ist die Rede der Fraktionsgeschäftsführerin Samina Khan zu diesem Thema zu der am 7.Dezember abgehaltenen Sitzung des Kreistags aufgeführt.
Rede zur Kreistagsitzung am 7.Dezember 2011
Anlass Antrag der Fraktion DIE LINKE. "Armutsprävention bei Rentnerinnen und Rentnern"
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Damen und Herren,
DIE LINKE. hat bezüglich dieses Antrags eine Kurzumfrage bei allen erreichbaren Seniorenverbänden gemacht: Auf die Frage: "Sehen Sie eine Notwendigkeit einer mobilen Seniorenberatung? ", wurde geantwortet: "Dort , wo es keine Beratungen oder wenige Beratungen im Kreis gibt , ja!"
Auf die Frage : " Glauben Sie, dass es eher mehr Rentner gibt, die Anspruch auf Grundsicherung haben und diesen Anspruch nicht nutzen oder eher weniger"? Hier wurde oft und gezielt mit -Eher mehr- und hinzugefügt -Eher viel mehr- geantwortet".
Die Umfrage hat auch ergeben, dass es zu wenige professionelle Rentenberatungen gibt, ganz zu schweigen von mobiler Rentenberatung. Auch wurde die Auffassung der Linken unterstützt, dass viele Senioren aufgrund von Krankheit nicht in der Lage sind Beratungen aufzusuchen.
Besonders sei erwähnt, dass manche Demenz-Kranke von den Krankenkassen nicht als solche eingestuft werden und keine Betreuung erhalten. Solche Menschen wissen oft nicht wie sie einen geordneten Alltag gestalten sollen. Ausgeprägte Vergesslichkeit und desorientiertes Verhalten führen dazu, dass diese Menschen oft einen sehr riskanten Alltag leben. Mobile Beratungshilfen, die besonders für gebrechliche und kranke Senioren zugeschnitten sind, fehlen gänzlich.
Demenz gilt z.B. als nicht pflegebedürftig in manche Fällen. Ich habe viele alte Menschen gesehen, die aufgrund solcher Fehleinschätzungen einen desolaten und zum Teil sehr riskanten Alltag leben. Genau solche Menschen würden unter die mobile Seniorenberatung fallen und könnten durch diese aufsuchende Hilfemaßnahme mehr Menschlichkeit und Würde erlangen.
Als wir die Ergebnisse ausgewertet haben, fragten wir uns weshalb diese Sachen nicht bekannt sind. Und wir kamen zu dem Schluss, dass es wie bei vielen anderen sozialen Projekten ist:
Es fehlt eine Analyse der Effizienz.
DIE LINKE. möchte mit ihrem Antrag erreichen, dass bei der Steigerung der Effizienz städtische sowie nicht-städtische Beratungen mit ihren Erfahrungen der Praxis einen Beitrag leisten können.
DIE LINKE. möchte mit diesem Antrag darauf hinweisen, dass Altersarmut auch im Kreis Offenbach immer stärker wird und dass die Maßnahmen zur Prävention nicht weiter aufgeschoben werden können.
Vielen Dank!

