Der Kreisvorstand DIE LINKE. Offenbach-Kreis wertet Schlecker als pure Ausbeuter
Die Entwicklungen beim Einzelhandel sind zunehmend kritisch zu bewerten. Dies betrifft die Bedingungen für die Beschäftigten, aber auch negative Veränderung der Infrastruktur in den Ortschaften. Das Filialdrogerist Schlecker gibt ein exzellentes Beispiel dafür ab, wie es nicht laufen darf. Davon zeigen sich die Vorstandsmitglieder des Kreisverbandes Kreis Offenbach überzeugt.
Die Geschichte Schlecker und die vieler anderer Filialisten: Ein Unternehmen startet klein, mit einer Dependance, dann eröffnen weitere Ableger. Am Beginn der eigentlichen unternehmerischen Expansionsphase steht die Eröffnung von immer mehr Filialen, in denen die Arbeitskräfte zu sehr niedrigen Löhnen und unwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten. Die Konzernbesitzer erwirtschaften große Gewinne und vergrößern diese Renditen dann durch expansive Neueröffnung immer weiterer Ableger im In- oder Ausland. Die Unternehmensgewinne kommen bei den Angestellten nicht an.
Schlecker hat es genauso gemacht und ist darüber dauerhaft in die Schlagzeilen geraten.
Wenn das Geschäftsmodell in Folge zunehmend veraltet, sprich, die Kunden wegbleiben, die Umsätze und Gewinne nicht mehr stimmen, geht das Unternehmen in die Insolvenz. Zurück bleiben arbeitslose, vollständig ausgebeutete Beschäftigte, Millionenschäden bei Kreditrückversicherern und schließlich die Belastung der Steuerzahler über die Ausschüttung von Transferleistungen des Staates (Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Auffanggesellschaften etc.).
Ein weiterer Aspekt ist zunehmende Verödung der Innenstädte, die einerseits durch die Filialisten angetrieben, aber auch gleichzeitig durch sie abgebremst werden könnte, würden entsprechende regionale Besonderheiten einbeziehende Verkaufs-Konzepte aufgelegt werden.
Der Kreisvorstand solidarisiert sich mit den Schlecker-Mitarbeitern und wertet das unternehmerische Handeln der Schlecker-Verantwortlichen als unsozial, ausbeuterisch und menschenunwürdig. Der Vorstand erinnert an dieser Stelle daran, dass die meisten Betroffenen bei Schlecker Frauen sind: Am 8. März ist Internationaler Frauentag.
Redaktion:
Natascha Bingenheimer

