Sozialer Kahlschlag für Mieter der Wohnstadt Hirschsprung in Dreieich
DIE LINKE. Dreieich ist entschieden gegen Verkauf der Landesanteile Hessens an den Nassauischen Heimstätten
Dreieich, 16.02.2012. „Die Wohnstadt Hirschsprung ist
in den 60er Jahren ein Vorzeigeprojekt der Nassauischen Heimstätte gewesen, das
mit dem Motto „Wohnstadt statt Siedlung“, dem Anspruch einer Trennung von Auto-
und Fußgängerverkehr, und einem ausgesprochen sozialen Anspruch angetreten ist.
In der Pilotsiedlung Hirschsprung in Dreieich wurde die architektonische Idee
des „Y-Hauses“ geboren.“
Natascha Bingenheimer, Stadtverordnete DIE LIINKE. in der Dreieicher
Stadtverordnetenversammlung, und Fritz Elgert, Fraktionsführer DIE LINKE. der
Kreistagsfraktion in Dietzenbach, fürchten durch aktuelle Entwicklungen in der
Landespolitik um die Zukunft Hirschsprungs: „Hauptanteilseigner der
Nassauischen Heimstätte, die in Hessen über 60.000 Wohnungen hält, ist - das
Land Hessen. Mehr als die Hälfte der Wohnungen richtet sich mit
besonders günstigen Mieten an sozial schwache Mieter. Nun überlegt das
Land ernsthaft, die Mehrheitsanteile an den Nassauischen Heimstätten zu
verkaufen. Das ist ein Skandal.“
„Dies bedeutet für die Mieter – auch in der Wohnstadt Hirschsprung -
steigende Mietzahlungen, vielleicht die drohende Veräußerung der
Liegenschaften. Sozial Schwache, die schon jetzt kaum die Mieten samt
exorbitanten Nebenkosten stemmen können, bleiben auf der Strecke und machen
Speckgürtel-Dinkis (Double Income No Kids) Platz.
Der Kommentar des Finanzministers Dr. Thomas Schäfer, CDU, dass es nicht zu den
Kernaufgaben eines Landes gehöre, eine Wohnungsbaugesellschaft zu betreiben,
ist der reine Hohn. Eine Landespolitik, die ihre Aufgabe nicht mehr darin
sieht, im Rahmen der Öffentlichen Daseinsvorsorge die aus sozialen
Verwerfungen entstandenen Ungerechtigkeiten zumindest abzufedern, zum Beispiel
durch sozialen Wohnungsbau, hat ihre Existenzberechtigung in dieser Form
verspielt. Ein Statement in der Art, wie Herr Schäfer es geäußert hat, wäre vor
einigen Jahren noch undenkbar gewesen.
Auch daran sieht man, dass die Tendenz, Gewinne zu privatisieren, Verluste aber
zu vergesellschaften, ungebrochen anhält. Unrentable Liegenschaften werden
zukünftig – wie überall – zunächst verramscht, weil die Kommunen und Länder
pleite sind, dann luxussaniert und an Wohlhabende neu verkauft oder vermietet. Hier
ist jeglicher sozialer Anspruch verloren gegangen. DIE LINKE. fordert
das Land Hessen auf, unverzüglich von den Plänen der Veräußerung der
Mehrheitsanteile an den Nassauischen Heimstätten Abstand zu nehmen.“
"Das Problem betrifft darüber hinaus eine ganze Vielzahl von
Liegenschaften im Kreis und in Hessen. Darüber muss öffentlich diskutiert
werden."
Kontaktadresse:
Natascha Bingenheimer
0174/4952610
bingenheimer@web.de
sowie
Alexander Lauber


