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Jürgen Klei

Links=Rechts?

 

Links=Rechts?

Immer wieder hören wir, dass Linke und Rechte in einen Topf geworfen werden.  Mit bedeutender Miene wird uns erklärt, dass sich angeblich die Extreme berühren, so als ob sich politische Einstellungen in einem geschlossenen Kreis zuordnen ließen.

Aber so wenig wie kaltes Wasser zugleich heiß sein kann, ist links gleich rechts!

Links zu sein heißt, sich zu bemühen, anderen Menschen mit Freundlichkeit, Offenheit und Wohlwollen zu begegnen, rechts sein heißt, Menschen zu sortieren: in das „Volk“ („Wir sind das Volk“) und diejenigen, die nicht dazugehören, um sie zu bekämpfen mit Hetze, Gewalt und Mord.

Links zu sein heißt, daran zu glauben, dass alle Menschen über ein enormes Potential verfügen, ihr Leben selbst zu gestalten und fähig sind, ihre Probleme in eine sinnvolle individuelle und soziale Richtung selbst lösen zu können, wenn man ihnen die Voraussetzungen hierfür gibt.

Links sein heißt, für die Menschenrechte einzustehen, rechts stehen die Missachtung der Menschenrechte und im Extremfall die totale Menschenverachtung, Folter und Mord.

Links zu sein heißt, Internationalist zu sein und die Völkerverständigung zu fördern, rechts zu sein heißt, Nationalist zu sein, gegen andere Völker zu hetzen, sie als dumm und faul zu beschimpfen und den Krieg zu verherrlichen.

Links zu sein bedeutet, Ausbeuter und Unterdrücker zu bekämpfen, rechts zu sein: ihnen zu gehorchen und sie aktiv zu unterstützen.

Links zu sein, bedeutet solidarisch zu sein und dem Unrecht gemeinsam mit anderen entgegenzutreten; rechts zu sein heißt, zu spalten und sich auf die Seite des Unrechts zu stellen.

Links zu sein heißt Menschen in ihrem Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu unterstützen, rechts sein heißt, Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, Arbeitnehmerrechte abzubauen, die Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen zu fördern, damit die Arbeit billig wird wie Dreck. Rechts sein heißt, Gewerkschafter zu bekämpfen, einzusperren und zu ermorden.

Links zu sein bedeutet, die gesellschaftlichen Ursachen von Arbeitslosigkeit und Armut klar zu benennen, rechts zu sein heißt, Arbeitslose und Arme zu beschuldigen, sie seien selbst schuld an ihrer Situation.         

Links sein heißt, Arbeitslosigkeit und Armut zu bekämpfen, rechts sein heißt, Arbeitslose als „Faule“ zu beschimpfen, ihnen eine angemessene Unterstützung zu verweigern und durch unsinnige Gesetze zu drangsalieren.

Links zu sein, bedeutet, dass der Staat den Bürgern (Beitragszahlern) gehört und ihnen dient, rechts zu sein, dass die Menschen dem Staat gehören und ihm dienen sollen.

Links zu sein heißt, Fluchtursachen zu bekämpfen, rechts sein heißt, Flüchtlinge zu bekämpfen

Links sein heißt, die Herstellung und den Export von Waffen zu stoppen,  rechts sein heißt, Kriege zu ermöglichen durch Waffenlieferungen an Diktaturen und Warlords. Sie fördern damit Tod und die Zerstörung der Heimat vieler Menschen.

Und weiter bedeutet links zu sein – gegen die Wehrpflicht und gegen Zwangsdienste zu sein, rechts zu sein – Opfer vom Volke zu verlangen und Angriffskriege vorzubereiten und andere Völker zu überfallen.

Links zu sein heißt, Flüchtlinge als Menschen zu sehen, die ihr Leben retten oder ein besseres Leben führen wollen, rechts sein heißt, in ihnen nur ein Objekt der Gefahrenabwehr, sie als Eindringlinge und Übeltäter zu sehen und sie mit Hass und Gewalt zu verfolgen.

Links zu sein heißt, dazu beizutragen, dass die Ausbeutung von Natur und Menschen gestoppt wird, rechts sein bedeutet, zuzulassen, dass Konzerne unsere Heimat und die Heimat anderer Menschen rücksichtlos zerstören.

Links zu sein heißt, den Konsumwahn zu stoppen und bewusst zu leben, rechts sein heißt, die Lebensgrundlagen der zukünftigen Generationen zu zerstören nach dem Motto „nach uns die Sintflut“.

Daher bedeutet links zu sein,

·         menschlich, verantwortungsvoll und politisch erwachsen zu handeln

·         nicht zu schweigen, wenn Menschen drangsaliert, verfolgt oder getötet werden

·         dazu beizutragen, dass der enorme gesellschaftlichen Reichtum allen zugutekommt

·         zu helfen, dass das eigene Leben planbar und selbst gestaltet werden kann

·         die öffentliche Daseinsvorsorge weiter auszubauen (Kindergärten, Schulen, Kindergärten, Gesundheitssystem, Altenheime, Öffentlicher Personennahverkehr, Sozialwohnungen)

·         Schwache und Minderheiten zu schützen

 

Rechts zu sein heißt dagegen

·         gewalttätig zu sein

·         die Privilegien der Reichen und Mächtigen zu sichern durch Gesetze und andere Formen der direkten und indirekten Gewalt

·         öffentliches Eigentum zu privatisieren

·         die Steuern für die Reichen zu senken

·         den Wehretat zu erhöhen und Prestige-Objekte zu fördern


Damit die Ausbeuter weiter ausbeuten können, müssen sie andere dumm halten und unterdrücken. Dafür brauchen sie Unterstützer, die vom Sinn ihrer Tätigkeit überzeugt sind.

Dafür braucht man eine rechte Gesinnung.

Wer dagegen kämpfen will, den laden wir ein, mit uns zusammenzuarbeiten.

 

 

Jürgen Klei

Zerstörte Plakate in Dreieich